Die folgende Zeittafel gibt einen kurzen Überblick über die Geschichte des mittleren Ostertals.


6000 - 3000 v. Chr.
Mittelsteinzeit. Erste Spuren menschlicher Besiedlung in unserer Gegend. zahlreiche Bodenfunde im mittleren Ostertal.

3000 - 2000 v. Chr.
Jungsteinzeit. Bodenfunde auf der Gemarkung Selchenbach.

2000 - 750 v. Chr.
Bronzezeit. Keine Bodenfunde im mittleren Ostertal.

750 - 200 v. Chr.
Eisenzeit und Hunsrück-Eifel-Kultur (Latènezeit). Keltische Besiedlung des mittleren Ostertals. Bodenfunde auf den Gemarkungen Hoof und Selchenbach.

200 v. Chr. - 0
Jüngste Eisenzeit und Spätlatènekultur. Bodenfunde auf den Gemarkungen Hoof und Marth. Funde auf den Niederkircher Fluren ,,Steinpforr" (1923) und "Zum Wäldchen" (1924) stammen wahrscheinlich ebenfalls aus dieser Zeit.

0 - 400 n. Chr.
Römische Kaiserzeit. Relativ dichte keltoromanische Besiedlung. Bodenfunde in den Niederkircher Fluren "Heidenköpfchen" (1928 und 1934/35) und "Steinpforr" (1935) sowie in den Gemarkungen Bubach, Hoof, Marth und Saal.

400 - 900
Frühes Mittelalter. Nach dem Zusammenbruch des römischen Reiches besiedeln im 6. - 8. Jhrd. die Franken das weitgehend entvölkerte Land. Gründung der Ostertalorte. Das mittlere Ostertal Teil des Bannforstes Lutra (Kaiserslautern). Landschaftliche Zuordnung zum Wormsgau, dann zum Nahegau.

6. Jhrd.
König Childebert II. schenkt der Reimser Kathedrale den nordwestlichen Teil des Bannforstes Lutra, die Gegend um Kusel (Remigiusland). Das mittlere Ostertal verbleibt zunächst als "Königreich" in königlichem Besitz, wird dann aber besitzmäßig durch Schenkungen und Belehnungen an verschiedene Adlige zersplittert.

vor 876
Der Adlige Heririh erhält in "Osternaha", dem mittleren Ostertal mit dem Zentrum Niederkirchen, ein königliches Lehen. Nach dem Tod des Adligen schenkt König Ludwig der Deutsche diese Güter der Frankfurter Salvatorkapelle.

17. Nov. 880
Ersterwähnung des mittleren Ostertals bzw. Niederkirchens in einer Bestätigungsurkunde König Ludwigs III. des Jüngeren für die Frankfurter Salvatorkapelle.

900 - 1200
Hochmittelalter. Entstehung zahlreicher ineinander verschachtelter Grundherrschaften (Gemenglage) im mittleren Ostertal.

12. April 977
Ersterwähnung der Niederkircher Kirche in einer Bestätigungsurkunde Kaiser Ottos II. für die Frankfurter Salvatorkapelle.

Ende 10. Jhrd.
Erzbischof Williges von Mainz weist die Ostertaler Güter der Salvatorkapelle dem Kloster Disibodenberg bei Staudernheim zu.

16. Okt. 1152
Mögliche Ersterwähnung von Osterbrücken in einer Urkunde des Klosters St. Remigius in Reims.

1255
Ein Teil der Disibodenberger Besitzungen im Ostertal wird dem Mainzer Domstift übergeben.

1256
Verkauf des restlichen Disibodenberger Besitzes im Ostertal an Graf Gerlach von Veldenz.

1257
Graf Gerlach vermacht seinen gerade erst erworbenen Ostertaler Grundbesitz testamentarisch dem Kloster Wörschweiler zwischen Homburg und Zweibrücken. Ausübung der Vogteirechte durch die Ritter Blick von Lichtenberg.

12./13. Jhrd.
Entstehung der Territorialstaaten durch Machtausbau der königlichen Grafen. Das mittlere Ostertal in der Grafschaft Veldenz, Amt Lichtenberg, Schultheißerei Konken.

1262
Ersterwähnung von Selchenbach in einer Urkunde des Klosters Wörschweiler.

13. Jan. 1344
Ersterwähnung von Hoof (und Leitersweiler) in einer Urkunde der Herren vom Steine.

1412/13
Ersterwähnung von Marth in einer Urkunde des Klosters Wörschweiler.

1413
Ersterwähnung von Bubach in einer Urkunde des Klosters Wörschweiler.

10. April 1443
Ersterwähnung von Saal in einer Urkunde des Klosters St. Remigiusberg.

1444
Die Grafschaft Veldenz gelangt im Erbweg an das Herzogtum Pfalz-Zweibrücken.

1538
Übertritt der Pfarrei Niederkirchen zur Reformation.

1556 - 59
Auflösung der Klöster im Herzogtum. Grundbesitz des Klosters Wörschweiler gelangt an den Herzog.

1561/62
Gründung der Schule (Kirchspielschule) in Niederkirchen.

1618 - 48
Dreißigjähriger Krieg.

1635 - 1638
Entvölkerung des mittleren Ostertals. Danach Wiederbesiedlung durch Rückkehrer und Zuwanderer.

1677
Alle Ostertalorte werden von französischen Truppen niedergebrannt.

1680 - 97
Die Pfalz, die Saargegend und das Elsass werden infolge der französischen Réunionspolitik zu der französischen Saarprovinz zusammengefasst. Nach ihrer Auflösung treten die alten Fürsten wieder die Herrschaft an.

18. Jhrd.
Wiederaufbau und Neuordnung des verwüsteten und verwilderten Landes.

1789
Französische Revolution.

1792 ff.
Französische Revolutionsheere besetzen das linksrheinische Gebiet.

1797
Das mittlere Ostertal kommt bei der Neuordnung der eroberten Gebiete zum französischen Saardépartement, Arrondissement Saarbrücken, Kanton St. Wendel.

1800
Bildung der Bürgermeisterei Niederkirchen mit Bubach, Hoof, Leitersweiler, Marth, Niederkirchen, Osterbrücken und Saal. Der Name der Bürgermeisterei richtet sich nach dem Wohnort des Bürgermeisters.

1814
Nach dem gescheiterten Russlandfeldzug Napoleons erobern Preußen, Osterreicher und Russen unsere Gegend zurück. Die zurückeroberten Gebiete werden bis 1816 von einer österreichisch-bayerischen Landesadministrationskommission verwaltet. Die Bürgermeisterei Niederkirchen gehört zum Kreis Ottweiler.

1816
Auflösung der Kommission. Die Bürgermeisterei Niederkirchen (mit Selchenbach, jedoch ohne Leitersweiler) kommt zum Königreich Bayern (Rheinkreis), Bezirk Kaiserslautern.

1818
Auflösung der bisherigen Bezirke. Das mittlere Ostertal bildet eine eigenständige Bürgermeisterei, deren Sitz und Name sich nach dem Wohnort des jeweiligen Bürgermeisters richtet. Zugehörigkeit zum Landcommissariat Kusel (ab 1862 Bezirk Kusel, ab 1938 Kreis Kusel).

1870 - 71
Deutsch-französischer Krieg. Belastung der Ostertäler durch Einquartierungen, Fourage- und Vorspanndienste.

1876
Gründung der Feuerwehr in allen Orten der Bürgermeisterei.

1900
Niederkirchen wird ständiger Sitz der Bürgermeisterei.

1902/03
Bau der gemeindeeigenen Wasserleitungen.

1914 - 18
Erster Weltkrieg.

1920
Inkrafttreten des Versailler Vertrages. Schaffung des Saargebietes, das 15 Jahre dem Völkerbund unterstellt und wirtschaftlich an Frankreich angeschlossen wird. Das mittlere Ostertal verbleibt beim Deutschen Reich. Die neue Grenze zum Saargebiet verläuft zwischen Saal und Werschweiler bzw. Niederkirchen und St. Wendel.

1920 - 35
Zahlreiche Ostertaler Arbeiter, die im Saargebiet beschäftigt sind, sind Grenzgänger. Die Zollgrenze schädigt die einheimische Landwirtschaft, Handel und Gewerbe.

1921 - 23
Bau der elektrischen Lichtleitungen.

1933
Beginn der NS-Herrschaft.

1935
Rückkehr des Saargebietes ins Deutsche Reich. Ende der Grenzlage des mittleren Ostertals.

1934 - 38
Bau der Ostertalbahn.

1939 - 45
Zweiter Weltkrieg.

1945 - 47
Militärverwaltung.

1947
Die Bürgermeisterei Niederkirchen (ohne Selchenbach) kommt zum autonomen Saarland, das dem französischen Wirtschafts- und Währungsgebiet angehört. Zuordnung des neuen Amtes Niederkirchen zum Kreis St. Wendel.

1955
Abstimmung über das Saarstatut.

1957
Eingliederung des Saarlandes in die Bundesrepublik Deutschland.

1.1.1974
Inkrafttreten der saarländischen Gebiets- und Verwaltungsreform. Auflösung des Amtes Niederkirchen und seiner Gemeinden. Das mittlere Ostertal kommt zur Kreisstadt St. Wendel.

1980
Stilllegung der Ostertalbahn für den Personenverkehr.