Mai 2018

Hoof hat jetzt eine Denkmalschmiede

Hoof. Nachdem der Heimat- und Kulturverein Ostertal vor kurzem den Verlust einer historischen Rarität für das Ostertal beklagt hatte, weil das Modell der Bubacher Villa rustica aus der Grundschule Niederkirchen entfernt und dem Museum für Vor- und Frühgeschichte des Saarlandes übergeben worden war, konnte der Verein nun das Vorhandensein einer neuen historischen Kostbarkeit melden – diesmal in Hoof. Und zwar sei die im Jahr 1891 von Jakob Gerhart erbaute Dorfschmiede hinter dem „Kultur-Hoof“ vom Landesdenkmalamt als historisches „Einzeldenkmal“ im Sinne des Saarländischen Denkmalschutzgesetzes eingestuft worden. Doch diese Entscheidung habe, so der Verein, im Ort nicht nur Freude ausgelöst.

Vor einiger Zeit, so der Heimatverein, habe der frühere Eigentümer das großflächige Grundstück samt Schmiede, die seit den 1960-er Jahren nicht mehr regelmäßig betrieben worden sei, an die Stadt Wendel verkauft. Im April 2018 hätten sich Bürger des Dorfes an den Heimatverein gewandt, weil sie befürchteten, das historische Gebäude werde möglicherweise abgerissen. Um sich einen Eindruck vom Zustand der Schmiede und deren Erhaltungswürdigkeit zu verschaffen, habe hierauf der Vereinsvorsitzende den Ortsvorsteher um einen Besichtigungstermin gebeten. Im Interesse einer fachlich fundierten Einschätzung habe der Verein auch eine Museumsberaterin des Saarländischen Museumsverbandes hinzu gebeten. Zu dem Termin, der Anfang Mai stattfand, sei dann überraschend auch eine Vertreterin des Landesdenkmalamtes erschienen, die von Hoofer Einwohnern informiert worden war. So habe im Beisein von Angehörigen des städtischen Liegenschaftsamtes sowie des stellvertretenden Ortsvorstehers eine eingehende Besichtigung der Schmiede stattgefunden.

Nach Angaben des Heimatvereins habe das Landesdenkmalamt jetzt folgendes Ergebnis mitgeteilt: „Fotografische Bestandsaufnahmen wurden in der Dienstbesprechung des Landesdenkmalamtes vorgestellt und im Kollegium im Hinblick auf eine Denkmaleigenschaft erörtert, mit dem Ergebnis, dass das Gebäude die Kriterien eines Einzeldenkmals gemäß § 2 Saarländisches Denkmalschutzgesetz erfüllt. Das in seinem baulichen Zustand und seiner authentisch erhaltenen, umfangreichen Ausstattung weitgehend unveränderte Beispiel eines dörflichen Schmiedebetriebs, in dem seit 1891 bis in die 1960-er Jahre diverse Erzeugnisse des täglichen Gebrauchs für Mensch und Tier erzeugt wurden, sucht im Saarland seines Gleichen. Zeitnah wird das Anhörungsverfahren zum Eintrag in die Saarländische Denkmalliste vorbereitet.“

Dass die Mitteilung im Ort nicht nur auf Zustimmung stoße, sei, so der Heimatverein, in der jüngsten Ortsratssitzung deutlich geworden. Ortvorsteher und Ortsrat hätten diejenigen, die das Landesdenkmalamt eingeschaltet hatten, ohne vorher mit dem Ortsrat gesprochen zu haben, scharf kritisiert. Der Ortsrat, der auf dem Gelände neben der Schmiede einen Kinderspielplatz errichten möchte, befürchte nun eine Verhinderung oder zumindest eine Verzögerung dieses Projekts. Außerdem sei nicht ersichtlich, dass es genügend Helfer für die Betreuung und Präsentation einer Denkmalschmiede gebe. Den Vorschlag des Heimatund Kulturvereins, sich gemeinsam bei der Stadt für die Lösung der angesprochenen Probleme einzusetzen, wolle man jedoch unterstützen.

Hans Kirsch